Hoffnungsaktion - Senioren Picknick in Mülsen St. Jacob

8:30 Uhr. Das iPhone klingelt mit der Meldung: Aufstehen! Hoffnungsaktion - Senioren Picknick! Nach nur einer Handvoll kaltem Wasser, man möchte den Samstag ja nicht gleich geschockt anfangen begrüßte mich ein heißer „guten Morgen Kaffee“. Durch die trotz mit kaltem Wasser erfrischten Augen erblinzelten diese die früh morgendliche Sonne. Es kündigte sich ein wunderschöner Tag an. Lob und Dank an unseren wunderbaren Gott und schon bog ich auf die Hauptstraße ein. Nicht zu spät, eher spätpünktlich, also 2 Minuten nach vereinbart lieferte mich das Automobil am Zielort ab.
Erwartungsvoll saßen rund 20 Senioren in Ihren Rollstühlen, dem gegenüber 20 junge Menschen aus Mülsen die sich der Hoffnungsaktion „Senioren Picknick“ stellten.Menschen begegnen, vielleicht Menschenfurcht ablegen, über sich hinauswachsen, Gemeinschaft haben, ins Gespräch kommen, Lebenszeit teilen, Hoffnung schenken, Jesus begegnen. Ich kann nicht beurteilen was sich in den Herzen der jungen und rüstigen Generation abspielte aber da waren wir und standen uns gegenüber.
Nach einer Ansprache und einem Gruppenfoto befanden wir uns auch schon auf dem Weg in Richtung Natur über Wiesen und Felder. Was für ein Bild wenn 40 Menschen in Kombination Rentner, Rollstuhl, Rollstuhlschieber über Stock und Stein die Straßen entlang unterwegs sind. Sicher einer Herausforderung an alle beteiligte. Bloß nicht an einem Stein stecken bleiben und die Omi samt Rollstuhl zu fallen bringen, dachte ich. Was für ein gehoppel, dachte vielleicht der ein oder andere Pflegeheim Bewohner. Aber schon auf dem Weg zu grünen Auen, frischer Luft und Sonne pur entstand das ein oder andere Gespräch.
Man lernte sich kennen und das nicht nur beim Namen. Schnell wusste man um die Vergangenheit, die Herkunft und das Leid was der ein oder andere zu tragen hat. Ein letzter Anflug von Ungewissheit im Umgang miteinander entschwand. Da waren wir! Eine Wiese neben einem Teich. Eine Gitarre, ein Gitarrenspieler und die guten alten Lieder. Sicher braucht es mehr Zeit um sich richtig kennen zu lernen oder jemanden an sich heran zu lassen. Diese Zeit gibt es aber nicht und so hatte ich das Gefühl, dass sich diese Gesellschaftlichen Gepflogenheiten im Augenblick des beieinander sein in Luft auflösten.
Miteinander singen, lachen und essen bringt Freude auf ganz natürliche Art und Weise. Sich darauf einlassen ist sicher eine Herausforderung. Sich auf Jesus zu verlassen das er diese Zeit segnet eine große Freude. Und so wurde es auch zur Freude jemanden zu füttern der selbst nicht mehr essen kann. Manchmal reichte nur ein Blick in die Augen des anderen, in ein Gesicht was schon so viel erlebt und gesehen hat um zu wissen welchen Schatz uns Gott durch diese Hoffnungszeit geschenkt hat. Worte könnten das nicht beschreiben. Und so halte ich für einen Moment beim Schreiben inne und versetze mich an jenen Ort wo mir einzigartige und wunderbare Menschen Lebenszeit geschenkt haben die einem das Gefühl gaben, dass genau dort wo ich stand der Platz war, den keine andere Sache hätte verbessern können.
Auf dem Rückweg mit einer lieben Omi beten, Gott loben, Jesus die Ehre geben ist einer der Augenblicke die einem zeigen, wie nah sich Generationen stehen können wenn Sie es einfach Leben. Auch wenn die Welt ein anderes Bild vorlebt bleibt mir nur zu sagen: Wer ist schon die Welt? Eine Umarmung zum Abschied besiegelt die verbrachten Stunden und Eindrücke. Vergesslichkeit ist da nur ein Schönheitsfehler den manche unterlegen sind, wenn Altersdemenz das Leben bestimmt. Und dennoch haben wir die Gewissheit, dass dieser Tag nicht verloren geht sondern einen ewigen Platz im Herzen von allen, Jung und Alt einnimmt.
Ich hoffe sehr, dass aus einer Begegnung eine Bewegung werden kann denn dieser Schatz den es gilt zu heben und zu leben ist kostbar und schön. Ich freue mich wirklich sehr, dass es allen gefallen hat und ich danke Jesus für diese kostbare Begegnung zwischen den Generationen die Trotz weit auseinanderliegendem Alter, nah beieinander liegen.
Author: Daniel Klitzsch
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